Schlaf

Gestern Abend habe ich noch lange wach gelegen, obwohl ich eigentlich dringend hätte schlafen müssen.

Zu einem kleinen Teil war meine Schlaflosigkeit auch selbstverschuldet, würde ich sagen, denn als ich im Bett lag, musste ich natürlich noch schnell die letzten 50 Tweets der besten Timeline der Welt, meiner, lesen und zum Teil beantworten. Darüber hinaus hatte ich seit 30 Minuten nicht bei Facebook und Favstar reingeguckt und als ich vor Langeweile schon nicht mehr recht weiter wusste, fiel mir zum Glück noch Google+ ein.

Danach sollte aber wirklich Schluss sein mit rumdaddeln, dann würde geschlafen, sagte ich mir. Ein kurzer, desinteressierter Blick in die Streams zweier Circles später öffnete ich noch mal ganz kurz die Nichtlustig-App, vielleicht war ja ein neuer Cartoon online?

Da dämmerte es mir: Das Smartphone versetzt uns zurück in unsere Kindheit, als ins Bett müssen noch die schlimmste denkbare Strafe war. Was haben wir uns für Tricks einfallen lassen, um zwar im Bett zu sein, aber noch nicht schlafen zu müssen? Noch mal auf Klo, Durst, Bettdecke ist in ihrem Bezug verdreht usw. usf.

Früher wurde noch bis in die Puppen heimlich unter der Decke gelesen, heute haben wir die App-befeuerte Mehrkanal-Wachbleib-Ausrede.

Irgendwann kommt dann der Punkt ohne Wiederkehr, den man unbemerkt passiert und fünfzehn Minuten später einsieht, dass das doch alles keinen Sinn ergibt und jetzt wirklich geschlafen werden muss. Nur ist es dann schon zu spät und man erreicht eine Art Meta-Problematik:

Im Bett liegen und sich so sehr darüber ärgern, jetzt nicht einschlafen zu können, dass Schlaf zusehends unwahrscheinlicher wird.

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