Mein Brief an Susanne May, Kundenkommunikation Kabel Deutschland

So sieht es übrigens aus, wenn man bei Kabel Deutschland angerufen und darum gebeten hat, keine Werbung mehr geschickt zu bekommen:

Der erste Brief kam sechs Wochen nach besagtem Anruf, die letzten beiden im Dezember. Zwischen den letzten beiden Briefen lagen gerade mal 12 Tage. Alle drei Briefe (und die zahlreichen anderen davor, die mich dazu bewogen haben, den erwähnten Anruf zu tätigen) sind exakt wortgleich.  Das Kundenmagazin “Kabel Ausblick” habe ich mir gar nicht erst angeguckt. Das dürften 10 bis 20 Hochglanz-Seiten sein, die alle exakt den gleichen Inhalt haben. Wie ich Kabel Deutschland inzwischen einschätze, ist es vermutlich sogar der Inhalt der Briefe, der dort den redaktionellen Teil ersetzt.

Ich versuche es daher noch mal schriftlich:

Sehr geehrte Frau May,

Mitte August habe ich telefonisch darum gebeten, von weiterer Werbesendungen verschont zu bleiben. Die Mitarbeiterin an der Hotline bestätigte meinen Wunsch mit den Worten “Sie sind jetzt ausgetragen, Sie bekommen keine weitere Post mehr von uns”.

Sechs Wochen später fand ich Ihren nächsten Brief in meinem Postkasten, worin Sie wortreich behaupten, Kabel-Power schlüge normales DSL bei der Download-Geschwindigkeit um Faktor 6 und Ihr Kabelnetz sei zuverlässig. Im Dezember erhielt ich mit gerade mal 12 Tagen Abstand zwei weitere Briefe mit Ihrer Unterschrift, in welchen wortgleich die Vorzüge des so genannten “Kabel-Powers” gegenüber normalem DSL angepriesen werden.

Zwischen dem ersten und den letzten beiden Briefen erreichte mich das Kundenmagazin “Kabel Ausblick”. Angesichts des Inhalts Ihrer restlichen Pamphlete gehe ich davon aus, dass sich in dem Heft auf den vermutlich etwa 20 Hochglanzseiten ausschließlich der Text der mir bereits vorliegenden Briefe befindet.

Angesehen davon, dass ich es ausgesprochen unverschämt finde, wie dreist Sie meinen klar artikulierten Wunsch, keine Werbung mehr bekommen zu wollen ignorierten, halte ich diese Penetranz eher dafür geeignet, die Bewohner eines Alzheimer-Stifts zu unterhalten. Wenn Sie mir schon unbedingt mit einer solchen Impertinenz die weiteren Dienstleistungen Ihres Hauses immer und immer wieder unter die Nase reiben möchten, dann lassen Sie sich doch um Himmels Willen gelegentlich einen neuen Text einfallen!

Anbei sende ich Ihre Briefe und das Kundenmagazin “Kabel Ausblick” zu meiner Entlastung zurück. Auf Wunsch empfehle ich Ihnen sehr gerne eine Auswahl sehr guter Werbetexter, die Ihnen beim Versuch der inhaltlichen Umgestaltung Ihrer Werbebriefchen sicher gern zur Hand gehen werden.

Sollten Sie dieses Angebot nicht annehmen wollen, würde ich mich allerdings schon außerordentlich glücklich schätzen, wenn ich von weiteren Werbeausendungen Ihres Hauses in Zukunft verschont bliebe.

Mit freundlichen Grüßen

Jörn Schaar
Kunde

Hilft vermutlich nicht, aber mein Gott, versuchen kann man es ja mal.

4 comments on Mein Brief an Susanne May, Kundenkommunikation Kabel Deutschland

  1. Dazu kommen noch die Briefe, die “An die Bewohner des Hauses xxx Nr.xxx” gerichtet sind. Die werfe ich jedoch gleich ungelesen in den Papiermüll – im Gegensatz zu den Werbebriefen, die ich aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit, dass es um irgendwelche Kundendinge gehen könnte, doch immer wieder öffne (und mich ärgere).

  2. Genau mein Problem. Auch schon angerufen. Mehrfach. Bis zuletzt tapfer gekämpft, mittlerweile nur noch resignierter Altpapierträger. Ich glaube allerdings, dass meine Wut irgendwann so groß sein wird, dass ich Rechtsgelehrte damit beauftragen werden – unerwünschte Werbung ist in Deutschland nämlich bei Strafe verboten.

    1. Es ist ja sogar noch schöner: Wenn Sie hier mal bitte nachlesen möchten? http://www.ftd.de/unternehmen/handel-dienstleister/:einkaufaktuell-bitte-wirklich-keine-werbung/60140276.html Und da geht es nur um unerwünschte Postwurfsendungen, wie viel teurer dürfte denn dann wohl zielgerichtet verschickte, personalisierte Werbung sein? Ich seh schon: Noch zwei bis fünf Briefe und geschätzt acht haarklein dokumentierte Telefonate und ich bin reich. Das wird super!

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