Kleines Nerd-1×1

“Was ist eigentlich ein Nerd?”, fragte mich neulich ein Kollege, der meine Kolumne gelesen hatte und sich keinen Reim auf das Wort machen konnte. So auf Anhieb konnte ich das gar nicht beantworten, denn wer sich zum großen Teil mit Nerds umgibt, der muss selten über die Definition nachdenken. Nerds werden meist mit hohem Computerwissen und niedriger sozialer Kompetenz in Verbindung gebracht. Vor allem der zweite, oft abfällig gemeinte Teil hat sich spätestens mit dem Siegeszug der sozialen (sic!) Medien erledigt, denn dort sind es häufig gerade die Nerds, die ein neues soziales Netzwerk als erste bevölkern. Warum ist das so? Ich glaube, uns Nerds zeichnet in erster Linie ein gewisser Spieltrieb aus. Nur deshalb gibt es zum Beispiel die Seite www.istheutedertagandemmartymcflyankommtwennerindiezukunftreist.de, die an jedem anderen Tag als dem 21. Oktober 2015 hauptsächlich “NEIN!” auf den Bildschrim schreibt. Und nur deshalb gibt es eine Firma in Kalifonien, die das erste funktionierende Hoverboard gebaut hat. Sie erinnern sich? Dieses Skateboard ohne Rollen aus dem zweiten Teil von “Zurück in die Zukunft” – davon gibt es zumindest schonmal einen funktionierenden Prototypen. Bis hin zur Marktreife hat es hingegen ein anderes Produkt mit Zielgruppe “Nerd” gebracht. Und zwar eine Art USB-Stick, wie es sie ja in den dollsten Formen und Farben gibt. Dieser spezielle USB-Stick hat nun die Form eines Tentakels. Das Ding speichert nichts und es tut ansonsten nichts, außer ein bisschen wackeln und zucken. Jemand, der 15 $ für sowas ausgibt, das ist ein Nerd.

Dieser Text erschien als erstes als Kolumne auf der Netzwelt-Seite des sh:z.

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