Essperimente (10)

Ich schrieb ja vor einer ganzen Weile davon, dass ich zum ersten Mal bei einer Crowdfunding-Aktion mitgemacht habe. Die Jungs von Hafervoll haben tatsächlich ihr Funding-Ziel erreicht und konnten in die Produktion gehen. Herausgekommen sind bislang zwei Sorten, nämlich “Mandel & Rosine” und “Cashew & Cranberry”, und die habe ich vor ein paar Wochen zusammen mit einem schicken “Cereal Killer”-Shirt bekommen. So sehen die Riegel aus:

Zwei Hafervoll-Riegel
Gut sehen sie aus: Cashew & Cranberry (vorne) und Mandel & Rosine.
(Bild: Jörn Schaar, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Hafervoll-Riegel sind vegetarisch, laktosefrei und handgemacht. Letzteres kann ich nicht nachprüfen, könnte aber sein. Sie bestehen laut Liste aus natürlichen Zutaten, nämlich hauptsächlich Haferflocken, Honig und Sonnenblumenöl. Der Mandel-Cashew-Rosinen-Cranberry-Anteil liegt zwischen 7 und 10 Prozent. Die Maße BxHxT sind 8x2x4 cm und das Gewicht wird mit 65 Gramm angegeben. Technisch gesehen sind das im Übrigen keine Müsliriegel, sondern Flapjacks. Etwas, dass ich auch erst googeln musste, und einem Müsliriegel nicht unähnlich ist. Für den Müsliriegelnerd ist der Unterschied vermutlich enorm, aber für mich kommt das ungefähr auf’s Gleiche heraus.

2x Hafervoll 'nackt'
Diesmal ohne Verpackung: Vorne Cashew & Cranberry, hinten Mandel & Rosine.
(Bild: Jörn Schaar, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Ganz leicht ist die Verpackung nicht zu öffnen, das war jetzt eine ziemliche Popelei. Aber das Ergebnis ist ja entscheidend und das sieht gut aus: Man sieht den Riegeln richtig an, dass sie kein klassiches Industrieprodukt sind. Ein Marken-Müsliriegel wirkt irgendwie “sauberer”, oder vielleicht ist “steriler” das richtige Wort. Hier habe ich mehr den Eindruck, dass der Riegel wie ein Teig zusammengematscht wurde. Wie gesagt besteht das Ding hauptsächlich aus Haferflocken, als Bindemittel und zum Süßen wird Honig genutzt. Das ist auch gleich die zweite Zutat in der Liste, also eine verhältnismäßig große Menge pro Riegel. Der Eindruck setzt sich auch im Inneren der Flapjacks fort:

Das Innere von Cashew & Cranberry
Das Innere von Cashew & Cranberry (Bild: Jörn Schaar, Lizenz: CC BY-SA 3.0)
Mehr Infos zu Hafervoll:

hafervoll.de
twitter.com/hafervoll
facebook.com/hafervoll

Jetzt ist dann aber auch langsam Zeit, mal in so einen Riegel zu beißen. Ich schmecke auf den ersten Bissen natürlich sehr viel Haferflocken, aber auch schon gleich etwas Cranberry, den Honig und Leinsamen heraus. Ein weiterer Blick auf die Zutatenliste bestätigt: Da ist auch noch etwas Sesam und ein Schuss Ananassaft dabei. Sehr lecker, wenn auch etwas bröckelig. Aufpassen beim Essen, das Ding krümelt ziemlich. Das ist also nichts für den Über-der-Tastatur-Esser. 🙂 Das ist aber auch schon das einzig Negative, was mir zu Hafervoll einfällt. Der Geschmack ist ziemlich rund; “vollmundig” ist noch so eine Vokabel, die mir dafür einfällt. So ungefähr hatte ich mir das vorgestellt, was ich da per Crowdfunding unterstützt habe. Bei 65 Gramm dachte ich zunächst “Huch, so klein?”, aber die Riegel sind ziemlich sättigend. Mehr als zwei auf einmal muss ich davon gar nicht haben. Ich denke, ich werde die Flapjacks auf längeren Bahn-, Bus- oder Autofahrten als Notfallproviant dabei haben. Gegen akute Hungerattacken helfen die bestimmt prima und die Mindesthaltbarkeit wird mit ca. sieben Monaten angegeben, läuft also. Für Mandel & Rosine gilt im Prinzip das Gleiche: Geschmacklich schön abgestimmt, sehr nussig, das erste Mundgefühl ist eine Winzigkeit trockener, aber das gibt sich nach wenigen Sekunden. Prima.

Bleibt noch der Preis: Die 20er Box kostet im Hafervoll-Onlineshop 34,80 €, also 1,74 € pro Riegel. Einzelne Riegel werden für 1,99 € angeboten. Das ist das Ding auch locker wert, aber so ist es allerdings auch nichts, was man mal so jeden Tag nebenbei wegschnabuliert. Muss ja aber vielleicht auch nicht unbedingt sein. Von der Hafervoll-Seite wünsche ich mir neben dem Online-Shop auch noch einen Händlernachweis, also ein Verzeichnis der Läden in denen ich die Riegel auch offline kaufen kann. Das kann man in so einer frühen Start-Up-Phase wie bei Hafervoll meines Erachtens auch dann gut machen, wenn es nur wenige Verkaufsstellen gibt und das hilft aufgeschlossenen Kunden wie mir, die im Zweifel nur mal schnell im Vorbeigehen irgendwo einen einzelnen Riegel mitnehmen möchten anstatt gleich einen Halbjahresvorrat zu bestellen. 🙂

1 comment on Essperimente (10)

  1. Schau an, flapjacks waren für mich immer Pancakes. Die Briten nennen ihre Müsliriegel so? Lustig.
    Ich hab’ s ja so gar nicht mit Müsli, da weiss ich nie: kaue ich jetzt auf Körnern oder meinen Füllungen herum? Schlechte Erfahrungen gemacht. Aber gute Idee, und gutes Gelingen für die Jungs!

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