JSFP012: Komm ich jetzt im Fernsehen?

Von Fernsehtypen, die Misanthropieschübe bei Toleranzveranstaltungen erleiden und mit Ortungsdiensten in die Zukunft schauen. Oder so ähnlich.

Die Dauer der Episode 0:24:30Diese Episode erschien am 13. April 2014 um 19:25

 
Wie in JSFP011 versprochen, berichte ich heute von meiner Woche beim NDR-Fernsehen, die mich unter anderem an den Eulenhof zurückgeführt hat. Im Laufe der Woche war ich bei der Veranstaltung "Kirche und Toleranz", habe dort schlimme Misanthropieschübe bekommen, aber immerhin im Anschluss lecker gegessen und getrunken. Ansonsten mache ich mir so meine Gedanken über Ortungsdienste, freue mich über viele flattrs und dolle Kooperationsanfragen und weiß jetzt schon, wie die gesamte Folge 13 von Jörn Schaars feinem Podcast aussehen wird.

Diese Episode hat 8 Kapitelmarken und jede von ihnen ist durchschnittlich ca. 3 Minuten und 3 Sekunden lang.

Shownotes:

 

Transkription der Episode anzeigen

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Music.
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Hallo und herzlich willkommen zu Jörn Schaar's feinem Podcast Episode 12. Ich hatte ja letztes Mal - letzte Woche gewissermaßen - versprochen, dass ich über meine ersten Gehversuche beim Fernsehen ein bisschen berichte.
0:00:25–0:00:34
Ich habe die vergangene Woche in Kiel verbracht, im Landesfunkhaus des NDR, weil ich neben Radio in Zukunft gerne auch ein bisschen Fernsehen machen möchte.
0:00:34–0:00:40
Und na ja, es ist halt in der - ich hatte das ja schon erklärt -
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die Recherche ist ja beim Fernsehen nicht anders als beim beim Radio.
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Die praktische Umsetzung allerdings, da gibt es ganz, ganz große Unterschiede, denn beim Radio geht es ja nur um den Ton und bestenfalls noch um ein paar Hintergrundgeräusche,
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die sogenannte Atmo, das muss man beim Fernsehen natürlich beachten, dass man dazu auch immer die passenden Bilder hat.
0:01:04–0:01:16
Die sogenannten Schnittbilder zum Beispiel, oder wenn es keine keine Bilder gibt, zum Beispiel bei Gerichtsverhandlungen, wo dann erklärt werden muss, was derjenige getan hat, der Angeklagte.
0:01:17–0:01:19
Da müssen sogenannte Themenbilder gedreht werden.
0:01:20–0:01:34
Und das sind alles Sachen, das kann man natürlich im Radio einfach erzählen. Im Fernsehen nicht. Da muss man es auch wirklich sehen. Und da muss man sich im Zweifelsfall ein bisschen verrenken, dass da was rauskommt, dass man irgendwie verwerten kann.
0:01:34–0:01:41
Ich habe am Montag tatsächlich, nachdem ich ja Sonntagabend noch davon gesprochen hatte, dass ich mir noch um eine Mitfahrgelegenheit kümmern muss.
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Hat nicht geklappt. Deswegen musste ich mit dem Zug fahren. Und die Züge fahren halt echt bescheiden von Heide nach Kiel.
0:01:48–0:02:03
Gerade morgens ist das echt blöd. Vor allem wenn man um 9.30 Uhr irgendwo sein muss.
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Das heißt ich hätte also die Möglichkeit entweder um 5 Uhr 17 Uhr zu fahren oder um 7 Uhr 17 Uhr. Wenn ich nicht über Elsmhorn fahren wollte und drei Stunden brauchen.
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Das führte dazu, also 7 Uhr 17 Uhr hätte dazu geführt, dass ich irgendwie um 9 Uhr 3 Uhr planmäßig in Kiel war.
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Das war mir dann zu heiß. Also bin ich um 5 Uhr 17 Uhr morgens losgefahren. Dementsprechend früh musste ich aufstehen.
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Das war nicht so cool, aber mein Gott musste halt sein. Dementsprechend war ich dann allerdings auch ungefähr zwei Stunden zu früh in Kiel.
0:02:31–0:02:41
Da habe ich die Zeit noch genutzt und konnte wenigstens der Stena beim Einlaufen zusehen. Das ist ja auch immer. Also das ist tatsächlich was, das mir an Kiel auch sehr fehlt.
0:02:41–0:02:52
Wenn also die dicken Pötte, die beiden Fähren nach nach Göteborg und nach Oslo, die morgens beim Einlaufen und nachmittags bzw. abends beim Auslaufen zu sehen, das ist schon toll.
0:02:52–0:03:00
Das ist was das Kiel wirklich sehr sehr speziell macht und das Kiel vor allem auch von allen anderen Hafenstädten so abhebt.
0:03:01–0:03:05
Denn nirgendwo sonst ist der Hafen so sehr in der Innenstadt wie in Kiel.
0:03:05–0:03:19
Gut Hamburg, ja richtig, die versuchen das immer mit ihrem Flusshafen da. Na ja gut, Hamburg kann das vielleicht noch, aber in Kiel ist es irgendwie cooler, weil der Hafen halt wirklich buchstäblich in der Innenstadt ist.
0:03:20–0:03:32
Diese Fähren sind auch einfach riesig. Also ich hatte mir zwar grob überlegt mal nachzugucken wie groß die Fähre nach Göteborg ist.
0:03:32–0:03:39
Aber man kann das also für alle die es nicht kennen, man kann das so ungefähr mit einem Häuserblock vergleichen.
0:03:39–0:03:46
Es sieht einfach sensationell aus wenn die sich so an die Kaimauer, an die Pier rantastet, das ist wirklich toll.
0:03:47–0:04:10
Da habe ich also, um jetzt mal zurück zum Thema Fernsehen zu kommen.
0:03:50–0:04:35
Ich habe den Tag über in der Redaktion verbracht, habe ein bisschen dem Tagesplaner über die Schulter geguckt, der sozusagen der verantwortliche Redakteur ist, der Tagesredakteur, der dafür sorgt, dass also die, was heißt der dafür sorgt, der Sorge trägt, dass die Filme, die für die Abendsendung des Schleswig-Holstein-Magazins um 19.30 Uhr bestellt sind, dass die auch wirklich kommen. Und der ist auch dafür da, die redaktionelle Endabnahme dann zu machen. Und dem habe ich ein bisschen zugesehen, war dann abends in der Regie und habe mir also angeguckt, wie das eigentlich technisch abgewickelt wird, so eine Sendung wie der Schleswig-Holstein-Magazin zu produzieren.
0:04:35–0:05:00
Und das war total aufregend, weil es ist natürlich einerseits eine Regie, wie man sich das vorstellt, mit Millionen von Bildschirmen und Knöpfen und weiß der Schinder was noch alles, sind auch im Studio gar keine Kameraleute, sondern sitzt halt einer an so einem Pult, der die Dinger fernsteuert, da ist auch dann der Beleuchter mit da und ach, also ja, das ist einfach ziemlich beeindruckend, muss man einfach sagen. Ziemlich cool.
0:05:00–0:05:32
Am Dienstag war ich dann bei einem Dreh in Wewelsfleth beim Eulenhof. Die Älteren werden sich erinnern, ich habe letzte Woche davon erzählt, dass ich beim Eulenhof mit dem Ü-Wagen war. Und wir haben also die Trinker-Heilanstalt Eulenhof da nochmal ein bisschen fürs Fernsehen dargestellt, das ist glaube ich jetzt vergangenen Montag, nee, es soll am kommenden Montag laufen, also morgen, heute ist ja Sonntag, morgen Abend ist es glaube ich geplant, das dann zu zeigen.
0:05:33–0:05:50
Mittwoch war ich auch irgendwo mit auf dem Dreh in Husum bei einem Bundeswehrdepot und Donnerstag waren wir im Landtag und alles in allem kann ich jetzt sagen, Fernsehen dauert noch viel viel länger als ich gedacht hätte im Vergleich zum Hörfunk, also wir haben in Wewelsfleth haben wir irgendwie 5 Stunden gedreht.
0:05:51–0:06:01
Für maximal vier Minuten Film. Im Landtag waren es glaube ich knapp vier für zwei Minuten dreißig und dann geht das Ganze hier noch in den Schnitt.
0:06:01–0:06:06
Und allein bei dem Landtagsdreh da habe ich dann abends mit ihm oder nachmittags mit ihm Schnitt gesessen.
0:06:06–0:06:20
Das waren viereinhalb Stunden, die draufgegangen sind für einen zwei Minuten vierzig Film und noch irgendwie eine Kurzfassung von 30 Sekunden für die 18 Uhr Nachrichten und noch einen separaten Oton, den wir aus dem Archivmaterial,
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rausgeschnitten haben. Also das war schon Gott, oh Gott!
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Also es war aber trotzdem wahnsinnig faszinierend das mal zu sehen und ich habe noch mehr Lust drauf gekommen, das selber auszuprobieren.
0:06:31–0:06:38
Und jetzt bin ich mal gespannt, wann sich das erste Thema findet, das ich dann mal fürs Fernsehen umsetzen kann.
0:06:39–0:06:45
Wird glaube ich ganz, ganz geil. Die Woche in Kiel haben wir tatsächlich,
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mehr oder weniger in meiner Unterkunft verbracht. Also ich habe da abends keine großartige Energie mehr gehabt, noch irgendwo wegzugehen oder mich mit Leuten zu treffen.
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Das einzige was wir gemacht haben war die Veranstaltung Toleranz und Kirche. Das war in der Nikolai-Kirche am alten Markt.
0:07:03–0:07:06
Das haben wir uns angeguckt.
0:07:07–0:07:21
Wann war denn die?
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Dienstag waren wir da und das war ziemlich cool, weil also da war dann Innenminister Andreas Breitner, der schleswig-holsteinische Innenminister, dann die Frau Dr.
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Barr heißt sie, glaube ich, die ist die Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland und Lilo Wanders und die haben also über das Thema Toleranz und Kirche diskutiert. Das war ziemlich unterhaltsam, hat nicht immer das Thema getroffen. Man kommt da ja immer relativ schnell von Ästchen auf Stöckchen.
0:07:40–0:07:44
Und ich hatte aber auch so ein bisschen mit Misanthropieschüben zu kämpfen an dem Abend.
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Das liegt vielleicht auch daran, dass ich so lange auf der Arbeit war und dass ich irgendwie kaum Zeit hatte was zu essen und dementsprechend, ja Gott, also erstmal der Typ der vor mir saß, der hat einfach ständig gelabert.
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Und so ein unqualifizierter, also erstmal während, also es gab dann einerseits die Diskussionsveranstaltung und währenddessen.
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Also zwischendurch so kleine Unterbrechungen oder auch als Vorprogramm, war dann eben so ein Duett da, eine Sängerin und jemand am Klavier und ich hätte die eigentlich sehr gerne gehört, aber er wollte sich lieber mit seinem Sitznachbarn unterhalten, gut, okay, da kann ich vielleicht noch drüber hinweg sehen.
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Aber dass er halt auch ständig während der Veranstaltung irgendwelche unqualifizierten Kommentare losgelassen hat, so halblaut, das hat mich so sehr genervt, dass ich also von hinten gerne an seine fetten fleischigen Ohren so ran geschnipst hätte.
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Schnip, schnip, schnip, das muss man viel häufiger machen, einfach mal unaufgefordert jemandem von hinten so als Ohr schnipsen und dann, ich glaube, da ist er ruhig. Ich hab mich wieder mal nicht getraut, ich sollte das einfach machen, aber,
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da hab dann vielleicht auch, hab ich vielleicht auch eine zu gute Erziehungsschule genossen, als dass ich einfach jemanden ans Ohr schnipsen würde. Ich hatte jedenfalls große Lust dazu.
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Aber fast noch geiler waren eigentlich die beiden Damen schräg hinter mir, die in einer Reihe saßen und original noch vier weitere Plätze,
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reserviert haben für Leute, die dann irgendwann später kommen sollten.
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Die kamen auch, da lief die Veranstaltung aber schon fünf Minuten, die Kirche war eigentlich ziemlich voll und es kamen halt irgendwie, weiß ich nicht, zehn, zwölf Leute, die gesagt haben, ich würde mich da gerne hinsetzen und die saßen da stoisch und haben gesagt, nee, wir warten noch auf jemanden.
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Und das kann ich verstehen bis zu einem gewissen Zeitpunkt vor der Veranstaltung, aber nachdem die Veranstaltung begonnen hat und Leute suchen nach einem Sitzplatz und kommen dann, dann finde ich, sollte man spätestens diese Plätze freigeben, aber die waren da nicht, waren da nicht.
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Nicht zu irritieren, die haben das auch süffisant lächelnd dann den Leuten gesagt, naja, da hätten sie halt früher kommen müssen, wenn sie einen Sitzplatz haben wollen.
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Und das fand ich halt einfach mal so kolossal dreist.
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Also es ist unglaublich. Einer aus unserer kleinen Reisegruppe hat sich dann halt ans andere Ende der Bank gesetzt und hat gesagt, also irgendwie das so auf den Keks, wenn auf seiner Seite der Bank jemand fragt, ob da noch ein Platz frei ist, dann würde er den reinlassen.
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Hat das auch gemacht,
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das fand ich sehr, sehr cool.
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Das sorgte natürlich sofort für Diskussionen. Ja, aber wir kommen, da kommt noch jemand, da kommt noch jemand, da müssen wir jetzt einmal noch, also viel mehr dürfen hier nicht sitzen.
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Das war ganz furchtbar.
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Und dann lief wie gesagt schon die Veranstaltung. Dann kamen die fehlenden drei Grazien, also noch, oder vier, ich weiß es nicht mehr,
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und da mussten die natürlich erstmal alle aufstehen und sich ausführlich begrüßen und in den Arm nehmen und so unfassbare Rücksichtslosigkeit auf Seiten dieser Personen, das hat mich,
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echt genervt.
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Also das war ein schlimmer Misanthropieschub, den ich da wieder erlitten habe und den ich später gegenüber im Hemingway mit einem Charlie Brown Cocktail runterspülen musste und mit einem Berg Nachos mit Hackfleisch und Käse überbacken.
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Ich glaube, es hatte keinen kausalen Zusammenhang, aber das war das, was ich bestellt habe nach der Veranstaltung.
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Es war super geil. Und ja, das wollte ich unbedingt noch erzählt haben. Also nochmal zur Veranstaltung, es war halt einfach nett.
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Andreas Breitner hat da, glaube ich, ein paar Minuten lang gesagt, Mensch, warum bin ich eigentlich hier?
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Das war so ungefähr der Eindruck, den ich von ihm gewonnen habe. In der Zeitung hieß es, dass er offensichtlich versucht hat, seine von Amts wegen innerhabende Seriosität mit witzigen Sprüchen wettzumachen und gleichzeitig saß neben ihm Lilo Wanders,
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die die von Amts wegen innerhabende Witzigkeit eigentlich mit klugen und geistreichen Aussagen wettmachen wollte.
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Das kann ich so grundsätzlich unterschreiben, also beide haben im Prinzip das gemacht, was man von ihnen erwartet.
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Waren witzig und geistreich und doch auch wieder ernst und staatstragend zum Teil. Aber die kamen da immer so ein bisschen von Ästchen auf Stöckchen und das hat dann irgendwie so 100%ig einen Erkenntnisgewinn habe ich aus der Nummer nicht rausgezogen.
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Was eine echte Überraschung war, war diese Frau Baar vom EKD Kulturgedöns da. Die war sehr, sehr cool.
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Über weite Strecken hat sie sehr, sehr schlaue Sachen gesagt. Und das auch vor allem sehr pointiert formuliert. Das war ziemlich gut, was sie gesagt hat. Sie hat mir ein bisschen, ach ja, sie hat da ein bisschen verloren.
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Als es darum ging, Lilo Wanders hat da so eine Geschichte erzählt aus ihrem Dorf, wo die Vorsitzende des Kirchenrates offenbar nicht damit klarkommt, dass ihr Sohn schwul ist,
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und dass sie deswegen einem schwulen Pärchen so ein bisschen das Leben schwer gemacht hat, dass deren Haus steht an einer kircheneigenen Straße, die zum Friedhof führt.
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Und sie hat den beiden dann untersagt, dass sie die Straße benutzen dürfen oder irgendeinen Unsinn. Und dann ging es halt um homosexuelle Beziehungen und wie man da zusammenlebt und welche Formen des Zusammenlebens es da gibt.
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Und irgendwie kam sie dann auf Sex.
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Und da musste Frau Baar da noch mal anmerken, dass es natürlich auch in der klassischen heterosexuellen Ehe auch sehr guten Sex gibt. Das war sehr überflüssig und sehr, sehr beklemmt.
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Das hätte es an der Stelle nicht gebraucht. Ich hoffe einfach mal, dass sie witzig sein wollte.
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Ich weiß es aber nicht. Ich bin mir da echt nicht sicher. Ach so, ich wollte mich noch sehr, sehr bedanken für die ganzen Flattrklicks, die ich in den letzten Tagen und Wochen bekommen habe. Also das ist etwas, was das Thema Podcasting bei mir nochmal in...
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In der Sympathie ein bisschen nach vorne bringt, denn seitdem ich hier regelmäßig podkaste, wächst die Zahl der Flattrklicks so stark an, das finde ich total irre.
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Es ist immer noch so, und das liegt einfach am System Flattr, dass ich weniger Geld einnehme als ich mit Flattr ausgebe. Es gibt, ist ja aber nun mal so, es muss ja immer mehr Netto-Zahler geben als Netto-Empfänger, aber ich bin jetzt immerhin bei einer,
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Refinanzierungsquote von knapp 50%, also sprich meine Einnahmen liegen im Monat immer so zwischen 1,50 und 2 Euro.
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Das finde ich sensationell. Das war letztes Jahr um diese Zeit noch nicht so und dafür vielen vielen Dank, das finde ich ganz fantastisch.
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Und offensichtlich hängt es auch damit zusammen mit dieser Podcasterei, dass ich neue und sehr sehr coole Kooperationsanfragen bekomme.
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Bei der einen, da will ich noch nicht so viel drüber reden, da sind wir noch so ein bisschen in der Abstimmung, da müssen wir noch ein bisschen Fleisch an Knochen kriegen, aber das klingt schon mal von der Idee her total cool.
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Das wird möglicherweise ein weiteres Podcastprojekt sein, wenn wir uns da noch irgendwie mit dem Konzept so einig werden und so weiter und mit der technischen Abwicklung vor allem auch.
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Wie gesagt, da rede ich drüber, wenn es so weit ist.
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Bin ich aber schon mal sehr gespannt und dann bin ich ja wunderbarerweise jetzt auch,
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ab nächster Woche, ab kommendem Sonnabend, also Ostersamstag, bin ich tatsächlich dann auch hochoffiziell,
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SHZ-Kolumnist. Ich bin einer derjenigen, die für die SHZ-Netzwelt-Kolumne am Sonnabend schreiben dürfen mit solchen illustren Größen wie Thilo Weichert,
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Steffen Voss von KaffeeRinge.de und dem großartigen Stefan Dirks, möglicherweise bekannt aus Jurafunk.de.
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Das sind einige derjenigen, die da in dieser Kolumne schreiben und ich bin eben wie gesagt auch dabei und das macht mich sehr, sehr froh.
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Am Sonnenabend erscheint die erste Kolumne. Ich werde in den Shownotes schon mal einen Link setzen auf die Kategorie Seite, auf shz.de, damit ihr da schon mal gucken könnt, was die anderen so schreiben.
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Ja, ich freue mich sehr und bin total gespannt. Jetzt bin ich ein Kolumnist, so ähnlich wie Cary von Sex and the City.
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Nur, dass ich mir davon wahrscheinlich keine 200m² Wohnung in Manhattan leisten kann. Aber das ist ja auch völlig gleich. Es geht ja nicht ums Geld bei sowas. Ich finde es cool und ich freue mich da sehr darüber, dass ich das machen kann.
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Und ich bin gespannt, ob ich dem genüge tue, sozusagen. Ich habe mir das Thema Nordkultur ausgesucht als Schwerpunktthema. Und dann muss ich mal gucken, was mir da zu einfällt. Das ist ja zum Glück auch nichts wöchentliches,
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sondern ich bin da nur alle paar Wochen mal dran. So drei bis vier Wochen Abstand oder ich glaube sogar sechs möglicherweise.
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Dann muss ich noch mal mit der Redaktion sprechen, wann ich dann den nächsten Termin habe. Und das werde ich selbstverständlich im Podcast und im Blog dann auch noch zum Besten geben.
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Dann habe ich etwas gesehen bei Twitter hat Tim Pridlove auf einen sehr spannenden Link geteilt. Und zwar aus dem Blog leidmedium.de. Der Kollege macht sich Gedanken über Ortungsdienste und die Überschrift lautet,
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wie meine Frau und ich uns per Siri überwachen und das Abendland noch steht.
0:17:21–0:17:42
Darin geht es darum, dass dieser Typ, ich habe den Namen vergessen, um ehrlich zu sein, dass er gelegentlich mal in der Öffentlichkeit in sein iPhone spricht und sagt Siri informiere mich bitte, wenn meine Frau zu Hause losfährt.
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Und dass das für allerlei Kopfschütteln sorgt. Offensichtlich gibt es eine iPhone-App, die Find My Friends heißt oder so ähnlich und mit der man.
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Jemanden lokalisieren kann, der das explizit freigegeben hat. Das heißt also man hat irgendwie einen anderen iPhone-User, der diese App auch hat und der sozusagen erlaubt, aha, User A darf mich, User B in dem Fall,
0:18:01–0:18:03
finden über diese App.
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Und dann gibt es offensichtlich mit Siri die Funktion, dass man sagen kann, ich möchte bitte benachrichtigt werden, wenn User B,
0:18:13–0:18:19
einen angestammten oder einen definierten Ort entweder verlässt oder erreicht.
0:18:20–0:18:35
Und die beiden, also er argumentiert in seinem Blog so, dass es halt auch einfach schwierig ist, mit zwei Kindern an der Hacke noch mal kurz Bescheid zu sagen, wenn man irgendwo losfährt oder wenn man irgendwo ankommt, wenn man was anderes zu tun hat.
0:18:35–0:18:47
Und ich kenne das aus meiner eigenen Erfahrung, also es ist halt ganz einfach, dass meine Eltern haben es gerne, wenn ich von denen wegfahre, dann sagen sie immer und melde dich, wenn du zu Hause bist, damit sie wissen, dass ich gut angekommen bin.
0:18:47–0:18:57
Und wie oft habe ich das einfach vergessen und werde dann Stunden später möglicherweise nachts noch mal geweckt durch einen hektischen Anruf, weil die sich Sorgen machen,
0:18:57–0:19:05
weil sie nicht genau wissen, ob ich gut zu Hause angekommen bin. Mit dieser App, mit dieser Freundes-Finde-App-Dingsbumsda, Lokalisierungsdienst-Gedöns.
0:19:06–0:19:14
Könnte ich einfach sagen, oder meine Eltern könnten sagen, informiere mich bitte, wenn Jörn zu Hause angekommen ist.
0:19:14–0:19:16
Das geht nämlich auch.
0:19:16–0:19:24
Man kann da natürlich wieder sagen, Geheimdienste, NSA, Datensparsamkeit, das ist viel wichtiger als das.
0:19:24–0:19:31
Früher ging es ja auch so.
0:19:27–0:19:44
Ja, richtig. Früher ging es ja auch so, aber da haben wir halt dann, da wurden wir dann halt angerufen, wenn wir uns nicht zurück gemeldet haben. Das ist ja auch nichts. Also, ja, Gott. Also ich bin ein großer Freund davon, Dinge zu automatisieren.
0:19:44–0:19:55
Ob das jetzt immer so sein müsste, denn er beschreibt in dem in dem Blog-Eintrag auch ein Problem, dass dieses ganze, diese Lokalisierungsmöglichkeit aufruft.
0:19:56–0:20:10
Man hat dann eben auch keine Möglichkeit mehr, irgendwas mal heimlich zu machen. Und er schreibt zum Beispiel davon, dass er natürlich keine Affäre hat und dass er natürlich auch keine Geheimnisse vor seiner Frau hat und umgekehrt genauso.
0:20:10–0:20:27
Aber das kann halt auch mal nach hinten losgehen, wenn man zum Beispiel gerade dabei ist, sich um eine Überraschung zu kümmern und zu sagen, ich bereite mal irgendwas vor oder ich kauf mal heimlich ein paar Theaterkarten oder sonst irgendwie was, wo ich eben physisch auch irgendwo hingehen muss.
0:20:28–0:20:38
Und dabei wird man dann möglicherweise erwischt. So, was hast du denn im Blumenladen gemacht? Verdammt. Das ist halt, das ist tatsächlich ein Problem. Möglicherweise kann man das ja aber auch irgendwie ausschalten.
0:20:38–0:20:52
Oder wenn man es tagsüber erledigt, dann kann man halt sein Handy kurz im Büro liegen lassen oder es auf Flugmodus stellen, während man hingeht. Oder da muss man dann halt dran denken. Ist natürlich auch etwas, das man nicht unbedingt möchte.
0:20:52–0:21:04
Also da sehe ich tatsächlich eine Einschränkung. Ja, weiß ich noch nicht genau, wie ich das finde. Aber ich finde diesen Gedanken, diese App ganz grundsätzlich nicht so verkehrt.
0:21:05–0:21:17
Wenn eben jetzt auch noch gewährleistet wäre, dass da...
0:21:10–0:21:28
Ja gut, also natürlich werden da Bewegungsprofile erstellt, aber eben mehr oder weniger manuell bei jemandem oder durch jemandem, denen ich das explizit erlaubt habe. Das ist halt die Frage, wer bei so einer App noch mitliest und natürlich ist es wie immer bei solchen Sachen, gerade wenn sie kostenlos sind,
0:21:28–0:21:44
dann ist derjenige, der sie nutzt, eben die Ware und nicht die App, denn dann geht es gerade genau darum zu gucken, wo ist dieser Mensch, wo hält er sich auf und wie können wir das irgendwie monetarisieren und dann eben wie gesagt diese ganze NSA Problematik, aber wenn man das bis zum Ende durchdenkt, dann,
0:21:44–0:21:48
müsste man auf jedweder Art der Unterhaltungselektronik verzichten, so.
0:21:49–0:21:57
Sie nennt einen Rückkanal hat, das heißt also müssten wir eigentlich auch wieder fordern, dass es UKW ausgestrahlte Fernsehsender gibt oder wir müssten uns
0:21:57–0:22:09
halt dann wirklich auf einen einsamen Resthof irgendwo zurückziehen und nur noch UKW-Radio empfangen, wenn wir nicht wollen, dass wir irgendwie ausspioniert werden, denn anders scheint es nicht zu gehen.
0:22:09–0:22:17
Dann müssten wir also aufs Telefon verzichten, müssten nur noch handgeschriebene Briefe verschicken und alles, was wir an finanziellem erledigen,
0:22:17–0:22:24
immer nur noch bar bezahlen. Vielleicht ist das tatsächlich eine Lösung, um dem zu entgehen, vielleicht geht es aber auch viel zu weit und vielleicht ist das auch
0:22:24–0:22:55
ein Rückschritt in eine Zeit, in der alles auch nicht ganz so gut war, wie es gerne mal in der Rückschau betrachtet wird.
0:22:37–0:22:50
Diese Retrospektiv Brille ist ja sehr gern rosa. Verklären ist das Wort, was ich eben gesucht habe. Das soll es auch tatsächlich schon wieder gewesen sein mit Jörn Schaars feinem Podcast für diese Woche.
0:22:50–0:22:59
In der kommenden Woche ist Ostern, nichtsdestotrotz wird es auch dann eine Folge geben, die werde ich tatsächlich aber schon vorproduzieren wahrscheinlich.
0:22:59–0:23:14
Denn das Gute ist, dass ich schon weiß, wie die Folge aussehen wird und auch inhaltlich steht sie im Prinzip schon, denn es wird dann tatsächlich um Bob Grillson gehen. Ihr erinnert euch vielleicht an, ich glaube es war Episode 8 von Jörn Schaars vor einem Podcast.
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Ich war ja in Hannover und habe mir diesen sensationellen Pellet Grill angeguckt und da gab es eben wie gesagt diese redaktionelle Absprache, dass sie gesagt haben,
0:23:24–0:23:30
bitte, bitte wenn ihr darüber schreibt und bloggt und podcastet, dann doch erst, wenn unser neues Ding,
0:23:31–0:23:37
marktreif ist und unsere coole Weltneuheit, die wir präsentieren wollen, dann auch wirklich bestellt werden kann.
0:23:37–0:23:38
Das ist jetzt der Fall.
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Die Freigabe ist diese Woche gekommen und dementsprechend habe ich jetzt dann Zeit und Gelegenheit mich darum zu kümmern, dass diese Podcast-Folge dann soweit fertig wird.
0:23:49–0:24:00
Es gibt dann noch ein bisschen Tonmaterial und auch einen begleitenden Blogartikel, wo ich noch ein bisschen den letzten Schliff reinbauen muss und das geht dann alles nächste Woche online.
0:24:00–0:24:07
Und das wird dann die Folge 13 von Jörn Schaars vor einem Podcast mit dem Bob Grillsen Spezial.
0:24:08–0:24:13
Bis dahin sage ich vielen Dank fürs Zuhören, danke, danke für eure Aufmerksamkeit und die ganzen tollen Flattrklicks, das hat mich sehr gefreut.
0:24:14–0:24:35
Und schöne Woche für euch und bis bald.
0:24:17–0:24:30
Music.

 

Mit Bezug auf diese Episoden:

Das Kleingedruckte:

Diese Jörn Schaars feiner Podcast-Episode wurde am 13.04.2014 aufgenommen und veröffentlicht. Sie steht unter Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International License-Lizenz. Zu hören ist: Jörn Podcastcover: Siegfried Fock, Tobias Migge Musik: Jason Shaw ("Jenny's Theme", CC-BY-SA)