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Jörn Schaars feine Seite Beiträge

Eigentlich müsste ich es ja wissen…

Ja, ich bin selbst schuld. Ich hätte es eigentlich wirklich wissen müssen. Aber nein, ich war trotzdem an einem Samstagnachmittag bei IKEA. Oh, Mann!

Alles fing damit an, dass ich mir heute Bagels gemacht habe (Zumindest habe ich es versucht!), und dass ich das Bagel-Rezept an die Tür meines Hängeschranks in der Küche geklebt habe. Idee: Metalldingsi und Magnete kaufen und in Zukunft nicht mehr kleben müssen. Weiterer Vorteil: Ich habe endlich einen festen Platz für den Einkaufszettel oder zum Beispiel fällige Rechnungen. So oft, wie ich vor diesem Schrank stehe, hab ich die dann immer im Blick. Prima.

Also ab zu IKEA, die haben sowas. Und abgesehen davon haben die ja schließlich am Donnerstag ihre erste Filiale in ganz Rheinland-Pfalz eröffnet und dann gleich in Koblenz – da ist ein kurzer Einkauf natürlich Pflichtveranstaltung.

Erst auf dem Parkplatz ist mir eingefallen, dass heute Samstag ist und dass ich mir eigentlich schon mehrfach geschworen hatte, nie wieder samstags zu IKEA zu fahren und gleich gar nicht am Samstagnachmittag.

Der Außenparkplatz war natürlich längst überfüllt und die ungefähr 50 Parkwächter winkten mich durch Richtung Parkhaus, soweit so gut, das klappte ja noch alles. Im IKEA selbst hatte ich zunächst einigen Spaß an einer Band, die durch die Hallen gelaufen ist. Der ist aber schon oben auf der Treppe verflogen.

Vorteil IKEA-Koblenz: Man muss nicht durch die komplette Austellung flitzen, wenn man nur schnell nach unten zum Kleinkram will. Nachteil: Ich bin offensichtlich der einzige Mensch, der nicht mitten im Gang stehen bleibt um dann umständlich zu entscheiden, was er denn jetzt wohl macht. Ausstellung oder nicht?

Unten das gleiche Bild: Mitten im Gang steht wieder irgendwer, knapp einen Meter daneben der jeweilige Lebensabschnittsgefährte und beobachten wahlweise, wie der gemeinsame Spross (Lasse-Reinböng heißt er) die Kerze GLIMMA im Wagen einer weiteren Dame auseinanderpopelt, die ihrerseits gerade damit beschäftigt ist, sich selbst klarzumachen wo sie jetzt denn gerne hin will. Zu den Platzdecken (links) oder doch lieber zu den Frühstücksbrettern (rechts). Und das alles direkt am Fuß der Treppe. Ich will doch nur ein paar Kühlschrankmagneten und eine Metall-Pinnwand! Habt Erbarmen!

Nachdem ich mich durch einige Hundertschaften Verpeilter geschlängelt habe, denen immer erst kurz vor der Kasse noch einfällt, dass sie noch achtunddrölfzig Platzdeckchen ABTEILA brauchen und dann mit den ganzen Plörren aus dem Mitnahmelager allen anderen entgegenkommen (Übrigens inklusive denen, die die selbe Idee schon vor einer halben Stunde hatten und jetzt wieder auf dem Weg zur Kasse sind) stand ich endlich in der Abteilung für Büro-Gedöns.

Die Metallpinwand MAGNETAR ist zwar nett anzusehen, aber vermutlich zu schwer für meine Hängeschranktür. Also nehme ich nur ein paar HAFTA-Magneten mit und nach kurzem Gedränge unmittelbar vor dem Mitnahmelager (“Jo-hannes! Der Fikus BLATTEN ist kein Spielzeug! UND SCHON GAR NICHT ZUM ESSEN, JUNGER MANN!”) reihte ich mich geduldig in die Schlange an der Kunden (BEZAHLA) an der Kasse ein.

An dieser Stelle eine kleine Anekdote, was das Småland angeht. Kurz nach dem ich reingekommen bin, hörte ich eine Durchsage in diesem scheiß-freundlichen “Ich arbeite im IKEA-Småland, weil ich Kinder total süß finde und bin suuuper-motiviert”-Tonfall: “Liebe Eltern! Der kleine Maxim und die kleine Johanna Sterzenbecker-Brülldorf* möchten aus dem Småland abgeholt werden. Dankäää!” Heißt ja auf deutsch meistens schon, dass die Blagen ordentlich Tamtam gemacht haben und jetzt weltweit lebenslanges Småland-Verbot genießen. Das eigentlich witzige war aber: Herr und Frau Sterzenbecker-Brülldorf* haben sich ganz offensichtlich einen Dreck um ihre kreischenden Blagen gekümmert. Denn kaum eine Viertelstunde später kam die selbe Durchsage noch mal. Nur nicht mehr ganz so freundlich, sondern vielmehr in einem leicht angepissten Tonfall. Kurz bevor ich gegangen bin, schalmeite es dann ein drittes Mal aus den Lautsprechern: “Liebe Eltern! Der kleine Maxim und die kleine Johanna Sterzenbecker-Brülldorf* möchten BITTE aus dem Småland abgeholt werden. DANKE!!”

* Name von der Redaktion geändert.

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News verlacht

Passiert ständig, ist aber immer wieder schön. Anke Friedrich (jetzt Landeswelle Thüringen), sonst die Ernsthaftigkeit in Person wenn es um Nachrichten geht, hat einen derartigen Lach-Flash, dass es mit den Nachrichten in dem Moment keinen Sinn mehr hat. Warum ist klar – ich habe vor den Nachrichten Blödsinn gemacht.

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Tag 11 – Letzter Tag

So ein blöder Tag heute. Abschied nehmen von einer Stadt in der man noch längst nicht alles gesehen hat. Aber das ist letztlich kein Grund zur Trauer, sondern ein Ansporn möglichst schnell noch mal wiederzukommen. Trotzdem: Der Tag war blöd. Und er hat schon saudämlich angefangen. Nämlich damit, dass die Mädels aus dem Zimmer nebenan offensichtlich eine Mischung aus “Reise nach Jerusalem” und Proben entweder für “Riverdance” oder für die St. Patrick’s Day Parade zelebriert haben. Gegen halb sechs hat es mir gereicht und ich hab gefragt.

Die Schnalle, die an die Tür gekommen ist, wusste genau was sie getan hatten, als ich gefährlich leise fragte, was die denn um alles in der Welt da anstellen. Trotzdem hat sie meine Frage nach den Proben zu Riverdance oder St. Patrick’s Day Parade mit “Huh?” beantwortet. Mit dem Hinweis, dass es jetzt ja nun gleich sechs Uhr morgens sei und wir jeden Hufschlag der offensichtlich wildgewordenen Rinderherde in ihrem Wohnzimmer hören konnten, gab sie sich aber schnell zufrieden.

Gegen neun hab ich Frühstück für alle geholt während im Zimmer allgemeines Aufräumen angesagt war. Nachdem nicht ganz klar war, wie lange wie mit U-Bahn und dem Airtrain zum Flughafen brauchen würden und wann denn unsere Maschine jetzt tatsächlich geht, sind wir danach relativ schnell aufgebrochen.

Die U-Bahn war gar kein Problem, wir haben nur eine halbe Stunde verschenkt, weil wir dachten, dass JFK keine Express-Station sei und sicherheitshalber bei der letzten ausgewiesenen Express-Station ausgestiegen sind. Nachdem uns aber einige Mitfahrer versichert haben, das sei okay so, hab wir den nächstbesten Zug zum JFK genommen. Eben eine halbe Stunde später.

Am Flughafen selbst hatten wir noch etwas Langeweile, weil wir verflucht früh da waren. Wir haben also etwa eine Stunde auf die Schalterbesatzung am Checkin gewartet, ratz-fatz unser Gepäck aufgegeben und dabei erfahren, dass unser Flug zwei Stunden später geht als geplant. Mit unserem Entschädigungs-Futter-Gutschein bewaffnet ging’s natürlich gleich zu McDonald’s und danach in den Duty Free Shop. Marco war geschockt, dass er seine Zigaretten erst nach dem Sicherheitscheck in Empfang nehmen können sollte und so mussten wir noch eine Schachtel am Kiosk holen, damit der arme Junge sich die fünf Stunden bis zum Abflug sinnvoll vertreiben konnte. 9,31 $ plus Steuern. Geilo.

Thorsten und Marco haben den Flughafen erkundet, während Tina und ich lesend auf das Handgepäck aufgepasst haben. Das war okay, aber eben sehr langwierig. Der Sicherheitscheck war wahnsinnig streng und dann hatten wir noch gut eine halbe Stunde Wartezeit am Gate.

Der Flug war fürchterlich langweilig und vor allem beengt, weil sich eine Familie hinter uns drei Bankreihen geschnappt hatte. Schlafen ging also gar nicht, das Buch war ausgelesen, also Langeweile schieben. Und der Tochter der besagten Familie dabei zuhören, wie sie stundenlang ihren Vater traktierte, dass schlafen im Flugzeug ja gar nicht ginge und überhaupt sei das alles scheiße. Sich aufrecht hinsetzen, damit wir wenigstens nicht so eng beeinander sitzen müssen, wollte sie aber auch nicht.

Na ja, so ist es halt. Wieder was gelernt: Hinsetzen und dann nicht mit sich reden lassen, das ist die Devise. Am Freitag, den 17. waren wir gegen zehn Uhr Ortszeit wieder in Düsseldorf. Ein fantastischer Urlaub mit wahnsinnig vielen, unbeschreiblichen Eindrücken liegt hinter uns. Und die Gewissheit, dass wir noch mal nach New York müssen, liegt vor uns. Schön war’s.

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