Bei uns im Haus ist gerade die Verzweiflung groß. Der Dachbodenschlüssel ist weg. Was so banal klingt, weitet sich zu einem echten Problem aus. Einerseits für mich, weil ich der einzige bin, der gerade Wäsche (u. a. 80% der Sockenvorräte) auf dem Trockenboden hat und andererseits für mich, bei dem mittlerweile fast alle Nachbarn einmal geklingelt haben, ob ich denn wüsste, wo der Schlüssel sei.

Natürlich weiß ich das nicht und so antworte ich immer gleich: “Den suche ich selber.” und setze in Gedanken hinzu “Aber ich klingele nicht am Samstagmorgen um halb neun bei Euch!”

So wurde also vor einigen Wochen ein Zettel in Treppenhaus angebracht. Nicht von mir, sondern von Frau H., die da schrub: “Wer hat den Bodenschlüssel eingesteckt? Bitte wieder hinhängen!” Tage vergingen, ohne dass etwas geschah.

Eines Tages war der Zettel verschwunden. Gewaltsam entfernt, möchte man sagen, denn die mit Tesafilm bewehrten Ecken des Zettels hingen immer noch als stumme Zeugen an jenem Sicherungskasten, der bei uns als schwarzes Brett genutzt wird. Hoffnung keimte in mir auf, hatte ich doch durch die Entfernung des Zettels zumindest die leise Ahnung, dass der Bodenschlüssel wieder aufgetaucht sein könnte. Wieso sonst hätte der Zettel mit der Suchmeldung entfernt werden sollen?

Aber Pustekuchen, es handelte sich offenbar um einen Akt von blindem Vandalismus, der Schlüssel ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Ich habe mir daher einen Stoß neuer Socken gekauft.

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