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Kategorie: Kiel

Von 2006 bis 2012 habe ich in Kiel gelebt. Wenn ein Blogeintrag oder eine Podcastepisode einen direkten Kiel-Bezug hat, erscheint er in dieser Kategorie.

Podcast-Workshop in Kiel

Es gibt einfach zu wenige Podcasts auf der Welt, das ist mal Fakt. Weil es offenbar eine ganze Menge Menschen gibt, die grundsätzlich gerne podcasten würden, aber nicht so recht wissen, wie das geht, findet am Sonnabend im Kieler Business Campus ein Podcast-Workshop statt. Um 10 Uhr geht es los und da wollen wir uns mit aktiven und Wannabe-Podcastern treffen, um über Technik, Publishing und das große Thema Inhalte zu sprechen.

Die Kernfrage des Tages wird “Wie mache ich eigentlich meinen eigenen Podcast?” lauten. Mal gucken wie wir mit “Weniger denken, mehr machen” den Tag füllen können. 🙂

Natürlich gibt es da einiges, mit dem man sich auseinandersetzen muss, bevor man loslegt. Es wird also um Hard- und Software gehen, um das leidige Thema Soundprocressing, um Publishing und natürlich um das Thema Inhalte. Wie bereite ich mich auf eine Produktion vor, was sollte ich tun und was lassen? Wie wichtig sind Kapitelmarken und Shownotes? Woher bekomme ich einen sauberen Feed? Wie schaffe ich es, eine gewisse Reichweite zu generieren? Alles solche Fragen, über die man auch als erfahrener Podcaster gerne noch mal spricht.

Insofern freue ich mich außerordentlich, dass Steffen den Spaß angeleiert hat, nachdem es beim letzten Kieler Barcamp offenbar auch um das Thema Podcasting ging. Also einsteigen, dabei sein, am kommenden Sonnabend, 25. Januar, ab 10 Uhr im Business Campus Kiel, Boschstraße 1.

Ich bin jedenfalls schon fleißig dabei, alles an Audiotechnik zusammenzusuchen, was bei mir so herumfliegt. Das werde ich jetzt mal transportfertig verpacken und auch sonst ein bisschen was zum zeigen vorbereiten. Ob das Not tut, es so ausführlich zu machen, wie ich es im Augenblick vor habe, wird sich zeigen müssen. Aber da bin ich Fuchs: Ich bereite einfach etwas vor, bei dem es nicht auf den Workshop ankommt, sondern das ich auch so noch gebrauchen kann. Kleiner Tipp: Es wird um das Thema “Publishing” gehen.

 


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Mein erster Abend auf der Kieler Woche 2013

Das war ein KiWo-Abend wie ich ihn mag. Ohne festes Ziel, nur mit der groben Richtung “Kiellinie” rumbummeln, hier und da mal stehen bleiben um etwas Musik zu hören oder mit Bekannten und Freunden zu schnacken, die man dabei zufällig trifft. Gestern Abend war ich zum ersten Mal in sieben Jahren Kieler Woche bei der offiziellen Eröffnung auf dem Rathausplatz; etwas das sich selbst die in Kiel aufgewachsene Herzdame noch nie angeguckt hatte. Nach dem Anglasen und dem obligatorischen lang-kurz-kurz-lang aus dem Nebelhorn dauerte es noch eine knappe Stunde bis der Regen einsetzte und danach wiederum weitere 30 Minuten bis wir wieder den Heimweg antraten, denn es sah so gar nicht nach besserem Wetter aus.

Auf dem Weg konnte ich wieder so ein typisches Kieler Woche-Phänomen beobachten: Einerseits natürlich etliche Leute, die dicht gedrängt und missmutig guckend unter jedweder Art von Bedachung stehen, aber andererseits (und viel wichtiger) sehr viele Leute, die – unter Schirmen und Regenjacke selig grinsend – einfach das Beste daraus machen: Ändern können wir es ohnehin nicht, die Musik ist gut, es ist Kieler Woche, wir sind mit Freunden unterwegs, lass mal auf der Straße tanzen.

Merkwürdig genug, dass sich  angesichts der Menschenmassen gestern Abend der übliche Misantropieschub nicht einstellte. Normalerweise bin ich immer recht schnell gepestet von Leuten und habe keine Lust mehr. Nennen wir es meinetwegen altersmilde, aber ich konnte selbst über dieser widerlichen Voll-Asis hinweg sehen, die ihre Bierflaschen auf der Straße kaputtschmeißen. Ich störte mich noch nicht mal an den bekloppten, die Fahrrad oder Kinderwagen durch die Menge schoben.

Stattdessen genoss ich den Auftakt der letzten Kieler Woche mit eigener Schlafmöglichkeit in Kiel sehr, hatte endlich mal wieder Gelegenheit eingehend mit Frau Ehemals-U.-jetzt-B. zu reden und freue mich darauf, was wohl die restliche Woche bringen wird.

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Der lange Schatten der Kieler Woche 2013

Das offizielle Plakat der Kieler Woche 2013
Das offizielle Plakat der Kieler Woche 2013

Wenn die erste Suchanfrage “kieler woche 2013” im Blog auftaucht, dann ist es an der Zeit, sich auch mal mit dem Thema auseinander zu setzen. Über das Programm der diesjährigen KiWo habe ich bislang noch nicht viel gehört. Allein: Die Fantastischen Vier werden am 28., also am zweiten Kieler Woche-Freitag, auf der Hörnbühne auftreten. Für 29,95 €.

Die Bühne an der Hörn hat im vergangenen Jahr enorm viel Kritik einstecken müssen, weil das Musikprogramm dort plötzlich nicht mehr kostenlos sein sollte. Der Veranstalter verlangte ein – eher symbolisches – Eintrittsgeld von 5,- €. Daraufhin brach ein Sturm der Entrüstung los: Auf Twitter, Facebook & Co kursierten schnell die ersten Boykottaufrufe und allenthalben wurde das Ende der Kieler Woche in ihrer bekannten und beliebten Form heraufbeschworen.

Wer versuchte für den Veranstalter zu argumentieren, bieß bei den Kritikern auf Granit: Konzerte – ja überhaupt alle Veranstaltungen der Kieler Woche – haben nach deren Worten gefälligst kostenlos zu sein. Trotzdem verlangt das Publikum selbstverständlich nur die hochkarätigsten Musik Acts, kostenlose Parkplätze direkt an der Bühne und wenig bis gar kein Gedränge. Was ich dabei schon gar nicht mehr auf dem Zettel hatte: Das sieht zwar grundsätzlich auch die Kommunalpolitik so, genehmigt sich aber ein zugekniffenes Auge, wenn es beispielsweise um das “Gewaltig leise”-Festival auf der Krusenkoppel geht, das schon seit jeher zwischen 15 und 20 Euro kostet. Pro Konzert, versteht sich. Gerade der Aspekt Kommunalpolitik ist drüben bei Danielas Gedanken in einem sehr schönen Rant nachzulesen.

Aber ich schweife ab.

29,95 € für ein Konzert auf der Kieler Woche. Das ist ganz schön happig und das ist in meinen Augen tatsächlich eine etwas bedauerliche Entwicklung. Bei allem Verständnis für die wirtschaftlichen Herausforderungen, die die Pacht des Geländes und das von der Stadt aufoktroyierte Sicherheitskonzept darstellen, klingen knapp 30 € im ersten Moment doch sehr happig. Andererseits wissen wir natürlich noch nichts, über das restliche Programm der Hörnbühne. Es könnte natürlich sein, dass die Fanta 4 als Top Act bewusst teurer gemacht wurden, um ein Debakel wie mit den Söhnen Mannheims 2011 zu verhindern. Damals hatten die Privatradios den Ansturm der Massen entweder völlig unterschätzt oder bewusst einkalkuliert. Mit der Folge, dass das übliche Besuchskonzert von “Ach, wenn wir eine Stunde vor dem Konzert da sind, ist das früh genug.” auf einmal nicht mehr funktionierte: Drei Stunden vor Beginn des Konzerts musste die Security den Veranstaltungsbereich schließen, weil schon zu viele Besucher drin waren. Drinnen gab es zu wenig Essen und Trinken, keine Toiletten und vor allem definitiv nicht die Möglichkeit, kurz raus und wieder rein zu gehen. Denn vor den Toren standen tausende wütende Menschen, die gern rein wollten und die niemanden vorgelassen hätten. Die Ereignisse führten dazu, dass sich die Privatradios komplett von der Kieler Woche zurückzogen. (Wobei das nur bedeutet, dass sie nicht mehr ihren Namen an die Bühne pappen, keine Moderatoren mehr schicken und keine Werbung mehr für das Event machen.)

VIELLEICHT ist der Preis für das Konzert also bewusst so hoch angesetzt, um einen ähnlichen Effekt zu vermeiden. Denn ganz ehrlich: Der geneigte Kieler Woche-Besucher kann die Einführung des Eintritts nun für eine Erfindung des KiWo-Grinchs hochstpersönlich halten, aber wenn er die Fantastischen Vier nur ein kleines bisschen gut findet, dann würde er sich von 5 Euro Eintritt vermutlich nicht vom Besuch abhalten lassen. Jetzt könnte sich der Veranstalter natürlich denken “Ich setze einfach den Preis und damit die Schwelle hoch, nehme den Sturm der Entrüstung und die schlechte Presse in Kauf, habe aber unter dem Strich deutlich weniger Stress und die Einnahmen stimmen trotzdem.” Ob das wirklich so ist, sprich: ob die anderen – möglicherweise nicht ganz so hochwertigen – Konzerte an der Hörn günstiger oder gar gratis sind, das werden wir erst Anfang Juni erfahren, wenn das Bühnenprogramm offiziell der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Für mich bleibt festzuhalten:

  • Bis zur Kieler Woche 2013 sind es noch mehr als 150 Tage. Bis dahin läuft noch eine Menge Wasser in die Kieler Förde.
  • Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
  • Auch in diesem Jahr werden wieder tausende vor der Hörnbühne stehen und kostenlosen Einlass begehren.
  • Auch in diesem Jahr wird es wieder Aufrufe wie “Boykottiert die Bühne an der Hörn!” und “Boykottiert den Kommerz der Kieler Woche!” geben.
  • Tickets für ein reguläres Konzert der Fantastischen Vier kosten normalerweise knapp 60 Euro.

Was ist Deine Meinung dazu? Ist Eintritt für ein Konzert bei der Kieler Woche gerechtfertigt oder doch eher der Untergang des Abendlandes? Gibt es etwas dazwischen?

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Barcamp Kiel: Die Chemie stimmt

Die Buchstaben "Bc", "Ki" und die Veranstaltungstage in der Notation chemischer Elemente
Die Chemie stimmte beim Barcamp Kiel 2012, zumindest was die richtige Notation der Elemente "Barcamp" und "Kiel" anging.

Nach dem dritten Barcamp Kiel, meinem zweiten, habe ich mir ein wenig Zeit gelassen mit meinem Fazit. Das hat einerseits mit meinem neuen Job zu tun und der Fahrerei von Kiel nach Heide, andererseits wollte ich die Eindrücke ein wenig sacken lassen.

Erster Gedanke: Voll supere Veranstaltung. Eintritt frei, soweit ich das beurteilen konnte weitestgehend stabiles WLAN, kostenlose Shirts, sowie Frühstück und Mittagessen auf Kosten der Veranstalter – you had me at “Hello”.

Dass es jetzt schon seit drei Jahren klappt, in Kiel ein Barcamp dieser Qualität aufzuziehen und dabei immer wieder so hochwertige und wichtige Sponsoren wie das Wissenschaftszentrum, Kielnet oder Addix an Bord zu holen, verdient einigen Respekt. Der ganze Rest kommt buchstäblich von allein: Das Leben bringen die Teilnehmer rein. Der Nerdfaktor ist erfrischend hoch, die Sessions waren breit gefächert und die Stimmung untereinander (soweit ich das mitbekommen habe) sehr angenehm mit einer fast immer sehr disziplinierten Diskussionskultur. Das zumindest gilt für die wenigen Sessions, die ich gesehen habe und über weite Strecken auch für meine eigene kleine Session zum Thema “Schreibblockade im Blog”. Ich bin ziemlich sicher, dass ich auch im nächsten Jahr wieder ein Thema anbieten werde, denn das lief – von gelegentlichen Ausflügen in die Gruppentherapie mal abgesehen 🙂 – grundsätzlich sehr gut. Ich jedenfalls war zufrieden mit dem Verlauf, zumal wenn man bedenkt dass ich sowas vorher noch nie gemacht hatte.

Mein persönlicher Kritikpunkt war die Vorstellungsrunde: Das war einfach zu lang. Im Vorwege hatte noch mal jemand die acht Dogmen eines Barcamps gebloggt und dabei auch darauf hingewiesen, dass eine Vorstellungsrund aller Teilnehmer bei kleinen Barcamps bis 250 Teilnehmer ein zwingendes Muss sei. Angeblich funktioniere es sonst nicht so gut. Halte ich für kolossalen Quatsch. Wie diese Menschen alle heißen und wie viele von ihnen “was mit SEO” machen, ist meines Erachtens für 90% der Teilnehmer irrelevant. Vom Gelingen des Barcamps an sich mal ganz abgesehen. Selbst wenn der unwahrscheinliche Fall eintritt, dass man im Tagesverlauf mit jedem der 250 Teilnehmer einmal in einer Session sitzt, dann interessiert mich bestenfalls der Name desjenigen der vorne sitzt oder steht. Ob der Mensch neben mir Klaus, Anne oder Horst-Bärbel heißt, ist höchstwahrscheinlich unnötige Information. Insofern ist eine Vorstellungsrunde von einer Stunde Dauer (und mit einem nur teilweise funktionierenden Funkmikrofon) eher lästig als hilfreich. Zumal wenn die Vorstellungsrunde gleich mit der Sessionplanung verknüpft wird.

Nachdem Steffen ja schon reichlich Selbstkritik geübt hat, bin ich sicher, dass ich mir darüber im nächsten Jahr keine Sorgen machen muss. Vielleicht – und das hängt in allererster Linie vom neuen Job ab – schaffe ich es ja sogar, meine bescheidenen Talente in die Organisationswaagschale zu werfen. Denn nur kritisieren ist ja auch nix. Es war auch in diesem Jahr mehr als nett beim Kieler Barcamp, die Leute sind fast alle sehr angenehm und ich werde mich sehr anstrengen auch in 2013 wieder am Start zu sein. Mal gucken wie es dann wird.

P.S.: Und genau jetzt, verehrter @radirks, gucke ich meine Überschrift zum Blogpost zum ersten Mal seit fast einer Stunde an und bin zufrieden. 🙂

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